IGFB | Was ist Gestalttherapie?
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Was ist Gestalttherapie?

Gestalttherapie ist ein seit langer Zeit etabliertes, lebendiges und wirksames Psychotherapieverfahren. Der zentrale Fokus der Gestalttherapie ist – theoretisch wie praktisch – Kontakt. Kontakt (wörtlich: in-Berührung-Sein-mit) ist die unerlässliche Voraussetzung dafür, dass eine Person ihre Bedürfnisse in ihrer jeweiligen Umwelt möglichst erfüllen kann, dass sie in einen angemessenen Austausch mit anderen Personen und mit ihrer Umwelt treten kann, dass sie wachsen und insgesamt ein erfülltes Leben führen kann. Dabei fasst die Gestalttherapie Kontakt, bzw. genauer: den Kontaktprozess als Abfolge verschiedener modellhafter Phasen auf.

Kontaktprozesse können in vielfältiger Weise gestört sein – wobei Störungen der Kontaktprozesse bzw. des Handelns an der „Kontaktgrenze“ in der Gestalttherapie nicht als „krank“ verstanden werden, sondern als ursprünglich kreative Anpassungen an widrige Umwelten, die allerdings in der aktuellen Lebenssituation ihren eigentlichen konstruktiven Charakter verloren haben.

 

Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Praxis steht die Erforschung der Kontaktprozesse: wie geht die/der Klient*in in Kontakt, wie gestaltet er/sie den Kontakt und wann und wie stört er/sie den Kontakt bzw. unterbricht den Kontaktprozess? Dabei ist der Ausgangspunkt die unmittelbare Erfahrung in der Begegnung von Klient*in und Therapeut*in im Hier und Jetzt.

In der Gestalttherapie wird durch die konkrete Arbeit an aktuellen Situationen, die die Klient*innen jeweils beschäftigen, und an der Beziehung zwischen Klient*in und Therapeut*in der Kontakt der Klient*innen zu sich selbst und zu ihrer jeweiligen Umwelt gefördert und unterstützt.

 

Von besonderer Bedeutung in der gestalttherapeutischen Arbeit ist die Entwicklung und Verfeinerung der Bewusstheit aller gerade vorhandenen Gefühle, Gedanken, Empfindungen, Impulse und Verhaltensweisen der Klient*innen. Mit der Erlangung eines größeren Gewahrseins bezüglich dieser Phänomene bekommen die Klient*innen auch ein größeres Gewahrsein hinsichtlich habitualisierter, ihnen zunächst nicht bewusster Verhaltensmuster, hinsichtlich etwaiger „Fixierungen“(dauerhafter Vermeidungen) und hinsichtlich „unerledigter“ Situationen aus der Vergangenheit, die als „offene Gestalten“ das aktuelle Handeln einengen. Dies alles ermöglicht schließlich ein freieres Handeln.

 

Die Gestalttherapie verzichtet auf schematische Interventionen und Behandlungsmuster. Stattdessen entwickeln Gestalttherapeut*innen im Dialog mit ihren Klient*innen passende Interventionen und Experimente, deren Ziel es ist, neue Erfahrungen zu ermöglichen – auf diese Weise entwickeln Gestalttherapeut*innen in jeder therapeutischen Beziehung eine für die Klient*innen individuell zugeschnittene Therapie. Dabei begegnen sie ihren Klient*innen als partnerschaftliches Gegenüber, das diese mit Interesse und Engagement auf ihrer persönlichen Entdeckungsreise begleitet und führt.

Das generelle Ziel von Gestalttherapie ist die Wiederentdeckung der eigenen Lebendigkeit und Kreativität und, einhergehend mit einer größeren Autonomie und Eigenverantwortlichkeit, eine größere Handlungsfreiheit – bzw. anders formuliert „Lebensfreude und Persönlichkeitsentfaltung“ (so der Untertitel des grundlegenden Werks „Gestalttherapie“ von Pearls, Hefferline und Goodman 1951).

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